Die Wahrheit über meinen Exit

Andenken und Grabpatenschaft

Soundtrack zum Finale Track4





Ich habe auf dem schönsten und geschichtsträchtigsten Friedhof meiner Stadt von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die Patenschaft für ein historisches Grab zu übernehmen. Die Idee war mir schon vor dem Wissen vom eigenen Tod bzw. der vorzeitigen Notwendigkeit sympathisch. Eine Geschäftspartnerin hatte das mal erwähnt und ich habe den Gedanken aufgegriffen.


Um viele Gräber kümmert sich seit Jahrzehnten keiner mehr. Sie sind aber denkmalgeschützt und werden nicht einfach platt gemacht. Der Pate übernimmt bzw. finanziert die Sanierung, Restaurierung, Instandhaltung, Pflege. Er erhält dafür die Option bei Sterbefall in der eigenen Familie, ein Nutzungsrecht an der historischen Grabstelle zu erwerben.


Mir gefällt folgendes:


Ich erhalte/pflege mit meinem Geld ein Denkmal.


Ich würdige die bereits dort Begrabenen um die sich seit Jahrzehnten keiner mehr schert.


Ich liege in guter Gesellschaft und nicht einsam. Denn die Särge/Urnen der anderen verbleiben an Ort und Stelle.


Ich kann mit neuen modernen Grabsteinen nichts anfangen. Ich kann mit anonymen Urnengräbern nichts anfangen.


Es ist eine Familiengrabstelle. Möge der/die Nächste aus unserer Familie sich noch viel Zeit lassen, aber es ist alles vorbereitet.



Es muss nicht jeder meiner Angehörigen ein Friedhofsgänger sein, aber falls meine Tochter mal an mein Grab kommen will, dann spürt sie eine Seele.


Ich verfüge ausserdem (in Deutschland nicht offiziell erlaubt, aber hinter verschlossenen Türen beim bestimmten Bestattern möglich), das schon Tage bevor meine Urne in die Erde kommt, einer meiner Angehörigen einen Teil meiner Asche mit nach Hause nehmen soll.


Dann können die, die mich bei sich haben möchten, ein paar Milligramm meiner Asche in Schmückstücke abfüllen, Armband, Kettenanhänger, was auch immer und mich an sich tragen bzw. an ihrer Haut tragen.
Für mich ein sympathischer Gedanke.


Außerdem will ich, dass meine Asche an Orten die mir gefallen oder von denen ihr denkt, dass sie mir gefallen würden, verstreut wird.
Wenn sich jemand von meiner Familie dazu emotional in der Lage fühlt, dann nehme er/sie einen schönen Pfefferstreuer, packe meine Asche da rein. Permanent mit in der Handtasche oder im Reisegepäck. Es bietet sich Gelegenheit immer mal eine Brise zu verstreuen:
Ob vom Eifelturm, am Ostseestrand, im Biergarten, auf Kreuzfahrt, am Nordpol, in der Sahara, im Fußballstadion, in den Dolomiten, auf dem Golfplatz, in der Oper, auf dem Oktoberfest oder beim Karneval. Ganz egal: Mir würde das gefallen.

10.3.16 00:11

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